Ich gehöre nicht nur zu den Kindern, deren stolze Eltern es nicht lassen konnten, innerhalb der ersten drei Lebensjahre kilometerlanges Filmmaterial zu erstellen (VHS wohlgemerkt, nix digital!), meine Mutter führte darüber hinaus eine Art Tagebuch über mich. Es beinhaltet meine ersten sinnvollen wie auch sinnfreien Sätze. Hier O-Ton meine Mutter (M. ist mein Vater, L. bin ich):

L. plap1797462_685613504834568_887832066_npert jetzt schon ganz viel in ihrer wundersamen Kleinkindsprache: „Kuckal“ heißt „kuck mal“. Wenn ich sage: „Ich versteh dich nicht“ , sagt L. „Mama dumm.“

Vor drei, vier Tagen redeten wir über Herren-Herrlichkeiten und Damen-Dämlichkeiten (wir saßen im Garten). Auf einmal sagte L. zu mir: „Du bist eine Frau und ich bin eine Dame!“

Vorhin sind M. und ich mit L. spazieren gegangen, L. auf dem Dreirad. Da kamen zwei Passanten vorbei und einer sagte: „Na, kleine Mausi?!“ Da brüllte L. ihn an: „Ich bin keine Mausi, ich bin eine L…!“

Gestern war ich mit L. in der Küche, da musste sie auf einmal Pipi machen. Ich sagte, dann solle sie halt Pipi machen gehen, und sie rannte daraufhin los und meinte noch: „Alles muss man selber machen!“

Vor zwei Tagen ging ich mit L. eine Treppe hinunter, da sagte sie: „Komisch, die Treppe runter zu gehen ist viel weniger anstrengend als die Treppe hoch zu gehen.“ Heureka!

L. trägt heute das ärmellose, rosafarbene Kleid mit dem Rosenmuster. Aus irgendeinem Grund mag sie dieses Kleid nicht, zieht es nicht gerne an. – Gerade eben sagte sie, daß sie „mit dem Kleid das Gefühl“ habe, daß sie „klein und süß“ sei! Das hat sie wörtlich gesagt!

Als ich L. heute im Kindergarten abholte, war sie gerade dabei, mit Wasserfarben dunkelblaue Wellen auf ein Blatt zu malen, also ein Meer. Als das Bild voll war mit blauen Wellen, fragte ich sie, ob denn da keine Fische drin schwämmen. Da antwortete L.: „Nein, die müssen erst noch erfinden (=erfunden) werden. Die gab’s da noch nicht.“

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2 Kommentare zu „Ich war einmal…

  1. Großartig – manche dieser Aussagen könnten wortwörtlich von mir stammen 😀 Es geht doch nichts über ein bereits zu Kindertagen gut ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Ich bin meinen Eltern ziemlich dankbar, dass sie solche Anekdoten auch schriftlich festgehalten haben, irgendwie liest man es doch immer mal wieder gern, was man amüsantes von sich gegeben hat, nicht wahr? Ich hab mir jedenfalls schon vor langer Zeit vorgenommen, das bei meinen Kindern später auch auf jeden Fall zu machen.

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