Wo soll ich anfangen?

Ach, einfach mittendrin. Also. Müsst euch jetzt Strand vorstellen. Türkises Meer, auch ein paar Felsen. Nicht so viele Touris, ist ja erst April gewesen. Wir 4 lustigen Menschen machen einen Ausflug mit dem Auto meiner Austauschpartnerin zu der Küste Cala Liberotto in Orsei, wir sind am Strand, tolles Wetter, haben noch den Volleyball von jemandem aus unserer Austauschgruppe und zufällig ein Volleyballfeld, bisschen abseits vom Meer, gefunden. Irgendwann beim Spielen (obwohl wir verdammt schlecht sind), wird mir warm. Ich brülle den Anderen kurz zu, dass sie warten sollten.

Und dann los, Richtung Wasser. Sprint. Nur kurz Füße rein, denke ich, aber hach, was soll’s, es ist so warm, geh ich halt gleich ganz rein. Reiße mir also im Rennen das Shirt vom Leib und schmeiße es in einem Anflug von Frühlings-, Freiheits-, und Urlaubsgefühlen hinter mich. Bin schon mit meinem Füßen im Wasser, als mir da was auffällt.

Im Eifer des Gefechts wohl meine Hose vergessen. Aber plötzlich bin ich schon bis zum Hals drin, bis zum Hals nass, alles nass, Hose nass.

Als ich mich umdrehe, sehe ich die Drei ebenfalls zum Wasser rennen.

Nachdem es langsam spät ist und die Sonne so tief steht, dass auch das letzte Stück Strand im Schatten ist, machen wir uns auf den Heimweg. Mit dem Auto halten wir eine Runde am Supermarkt. Meine Hose immer noch nass. Ich also barfuß und mit meinem Badetuch rein. Im April schauen einen die Menschen da schon mal komisch an.

Einer meiner Freunde, mit denen ich unterwegs bin, steckt sich Melonen (oder soetwas) unters Shirt. Mit Melonen-Brüsten und Bananen-Hörnern, die meine Austauschschülerin ihm macht, machen wir ein Foto. Nö, nicht zu alt für diesen Kram.

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Nach dem Einkauf ging es in eine Bar. Ich eifrig am Postkartenschreiben. Hat jemand einen Stift? Bedauerndes Kopfschütteln. Nein, niemand. (Postkarten sind übrigens schon eine schwierige Angelegenheit: Wenn ich den Zwei schreibe, muss ich auch den Anderen schreiben… Oh, und wenn ich den Allen schreibe, muss ich auch xyz schreiben, etc.) Na jedenfalls zurück zu uns.

Antonio, der Austauschpartner meines Freundes holt sein Portemonnaie raus und rast los. Er geht zahlen!, denke ich. [Ach ja. Zusatzinfo: In Sardinien ist es fast Gesetz „Die Gäste zahlen nicht“. Und das ziehen die auch konsequent durch. Deswegen gab es immer einen Kampf darum, wer denn jetzt zahlt.]
Antonio rennt also los. Ich greife lachend zu meiner Tasche und hetzte hinterher. Da wir draußen gesessen haben, müssen wir erst in die Bar rein zum Bezahlen. Ich also rein da. Und Antonio? Der flitzt an mir vorbei. Ich amüsiert, aber noch mehr verwundert bezahle. Der Kellner hat die Szene auch beobachtet und mutmaßt, dass meine Begleitung in eine falsche bar geeilt ist zum Bezahlen.

Als ich zu unserem Tisch zurückkomme, sitzt Antonio wieder da. Was er denn gemacht hat, will ich wissen. Na Dir schnell einen Stift gekauft, erklärt er. Ich ganz baff, nehme den Stift dankend entgegen.

So viel zu der Freundlichkeit der Sarden erst einmal. Weitere Lobeshymnen auf Sardinien werden folgen.

Tharros | Sardinien

Strand Sardinien

Cossoine

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